Hornissen,Wespen und Co -

Schützen nicht töten 


Wespe
In den Sommermonaten erhält die Feuerwehr viele Anrufe von verängstigten Bürgern, die sich durch Wespen oder Hornissen bedroht fühlen und die Vernichtung deren Nester verlangen. In jenen Fällen, in denen diese Nester eine Bedrohung für den Menschen bzw. für Tiere darstellen, wird die Feuerwehr diesen Dienst natürlich unverzüglich ausführen. In vielen anderen Fällen, speziell wenn es sich um ein Hornissennest handelt, möchten wir jedoch auch auf den Naturschutzaspekt verweisen. In der Tat gehört speziell die Hornisse, unsere größte heimische Wespenart, zu den geschützten Arten.

Biologie


Oftmals stellen die meisten dieser Insekten kaum eine größere Gefahr dar. Hornissen, Wespen, Hummeln und Bienen stechen in der Regel nur dann, wenn sie sich bedroht fühlen. Die meisten Menschen verlieren aber ihre Angst, wenn sie ein paar Informationen über Biologie und Lebensweise dieser Tiere erhalten. Der Wespenstaat lebt nur eine Vegetationsperiode. Die Königinnen gründen im Frühjahr ein Nest und ziehen einige Arbeiterinnen groß. Danach übernehmen diese den weiteren Ausbau des Nestes, die Futterbeschaffung sowie die Pflege der Brut. Mitte des Sommers werden große Zellen angelegt, in denen die Geschlechtstiere heran wachsen. Die Männchen sterben nach der Paarung, während die begatteten Weibchen im Erdreich oder im morschen Holz überwintern, um im nächsten Frühjahr wieder ein Nest zu gründen. Die übrigen Arbeiterinnen des Staates haben, nachdem die Geschlechtstiere ausgeflogen sind, ihre Aufgabe erfüllt und sterben ebenfalls. Die natürlichen Nistplätze der Hornissen sind Baumhöhlen in lichten, ruhigen Laubwäldern, am Waldrand oder in Parkanlagen. Gebiete also, die auch auf Menschen eine große Anziehungskraft ausüben. Leider sind diese natürlichen Lebensräume und Nistmöglichkeiten durch die Nutzungsansprüche des Menschen stark dezimiert worden. Die Tiere müssen daher auf Dachböden, Anstände, Gartenhütten oder Vogelnistkästen ausweichen.

Nützlichkeit

Jeder Gartenfreund sollte sich über ein Nest in seiner Nähe freuen, denn diese Tiere sind sehr nützlich. Sie müssen ihre Larven mit eiweißreicher Nahrung versorgen. Deshalb jagen sie hauptsächlich Schadinsekten. Die erwachsenen Tiere selbst brauchen – als Flugbenzin sozusagen –Kohlehydratreiche Nahrung. Das sind Nektar, Pflanzen- und Obstsäfte. Beim Nektar schlecken auf der Blüte übernehmen sie wichtige Bestäubungsfunktionen. Viele Blüten werden von Hornissen, Wespen und Hummeln auch bei kühlem Wetter bestäubt, denn sie fliegen – im Gegenteil zu Bienen – auch bei Wind und Regen.

Gefährlichkeit?

BienenstachelHornissen und Wespen besitzen einen Wehrstachel. Dieser wird in der Regel nur dann eingesetzt, wenn es unmittelbar im Nestbereich zu Gefahrensituationen kommt. Alle Verteidigungsaktionen dienen dem Schutz der Brut und zur Selbstverteidigung. Normalerweise stechen die Tiere nicht unmotiviert, da jeder Angriff unnötig Energie kostet. Die Stiche sind nicht gefährlicher als die von Bienen. Der Aberglaube,dass sieben Stiche ein Pferd und drei einen Menschen töten, ist längst widerlegt. Ein Erwachsener verträgt 100 bis 500 Wespenstiche, ehe er an Nierenversagen stirbt. Dem Menschen werden selbst mehrere Stiche in den Kopf oder andere schmerzempfindliche Körperteile nicht gefährlich. Eine Ausnahme besteht nur für Personen, die allergisch auf Insektenstiche reagieren. In diesen Fällen kann ein Stich im Extremfall einen schweren allergischen Schockzustand hervorrufen. Eine derartige Allergie ist jedoch äußerst selten. Oft wird schon eine Schmerzreaktion und das Anschwellen der betreffenden Stelle als Allergie missgedeutet. Kühle Umschläge und eine Salbe gegen Insektenstiche schaffen Linderung. Die Schwellung kann 2 bis 3 Tage anhalten.

Verhaltensregeln

Folgende Punkte sollten beachtet werden:

  1. Hornissen und Wespen leben nur eine Saison, sterben dann ab und hinterlassen das leere Nest. Dieses kann, sobald der Flugbetrieb ganz aufgehört hat, ohne Gefahr entfernt werden.
  2. Die Königin bezieht nie ein altes Nest. Sie baut immer neu.
  3. Bei Nestern im Haus- und Gartenbereich Erschütterungen vermeiden und die Flugbahn freihalten.
  4. Niemals mit einem Stock im Nest stochern oder mit Benzin und Feuer versuchen den Nistplatz abzuflämmen.
  5. Stiche sind nicht weiter gefährlich – auch nicht für Kinder. Lediglich bei einer Allergie muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.
  6. Fenster von Kinderzimmern können mit Fliegendraht geschützt werden.

Hilfe bei Gefahr

Wenn Sie sich durch die Anwesenheit eines Wespen- oder Hornissennestes bedroht fühlen, steht die Feuerwehr - wie schon eingangs erwähnt – jederzeit zu Ihrer Verfügung. Dies gilt besonders, wenn die Nester in unmittelbarer Nähe von Schulen, Kranken- und Altenheimen sowie Kindergärten gebaut wurden. Entkommene Bienenschwärme werden entweder von der Feuerwehr oder aber auch von Imkern, welche von der Feuerwehr verständigt werden, eingefangen.

Text stammt teilweise aus " Hornissen Wespen und Hummeln" der BF Linz